Räuber und Gendarm: Französische Polizei spart dank Open Source

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass man schönes über Open Source lesen darf: Weitere Unternehmen engagieren sich, neue Software wird plötzlich nicht mehr proprietär vertrieben sondern unter die GPL gestellt, allerorten wird Geld gespart dank Open Source. Wir bei papaya sind in der Tat froh, 2005 den Wechsel von einer kommerziellen Lizensierung hin zur GPL vollzogen zu haben.

Ich hatte dennoch gar nicht mitbekommen, dass die französische Polizei auf Ubuntu und OpenOffice umgestiegen war. Gut, Betriebssysteme und Officepakete sind unser Hauptfokus nicht. Gleichwohl sind ein paar Fakten zu dem Thema spannend, weil die Kosteneinsparung aufgrund des grossen Hebels (5-stellige Anzahl von Installationen) so hoch ist:

Ein wesentlicher Punkt bei den Einsparungen sind wegfallende Lizenzkosten für Microsoft durch den Umstieg auf Ubuntu und OpenOffice.org. Neue Rechner werden standardmäßig mit Ubuntu ausgestattet und auch die Bestandsrechner werden, motiviert durch die positiven Erfahrungen, vermehrt auf Ubuntu migriert. So hat die Behörde die Zahl der jährlichen Microsoft-Lizenzen von 12.000 bis 15.000 im Jahr 2004 auf gerade einmal 27 im Jahr 2005 reduziert. Alleine dadurch ergeben sich Einsparungen in Höhe von 50 Millionen Euro seit 2004.

Wir sehen das im kleinen hier im Büro auch, allerdings nicht durch eine grosse Migration, sondern durch die Kollegen selbst initiiert:

Als wir 2007 umgezogen sind und diverse neue Rechner angeschafft haben, wollten noch viele Kollegen eine Windows Lizenz haben. Wir haben dann Windows Vista angeschafft. Und genau dies scheint der Clou gewesen zu sein: Nach und nach sind zwischenzeitlich alle Entwickler bei papaya von Windows auf Linux oder Mac OS migriert 🙂

So schön die Meldungen, dass Nutzer/Firma X dank Open Source Software X Euros spart, auch sind: Sie sind nur die halbe Wahrheit, sie vernachlässigen den Aspekt der Freiheit (im Wortsinne von „free“ und eben nicht „free beer“). Bei unseren Projekten ist meist gar nicht der Lizenzpreis des proprietären Wettbewerbers das Ausschlaggebende gewesen, sondern die Qualität der CMS Software und die durch die GPL eingeräumten weitreichenden Rechte. Investitionssicherheit hat ein Kunde eben nur, wenn er den Dienstleister nötigenfalls austauschen kann und wenn er alle Rechte hat, die Software anzupassen, zu erweitern oder schlichtweg „nur“ selber weiter zu pflegen. Schließlich verdienen wir unser Geld mit Softwareentwicklung und nicht mit den lizenzrechtlichen Ketten, die klassische Lizenzmodelle für Kunden bedeuten 🙂

Ich habe den Bericht über die Französische Polizei gefunden bei t3n.yeebase.com, die Originalquelle ist hier zu finden.

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