Kurzmitteilung: CloudCamp Berlin 2009 (30.04.2009)

  • Eine spannende Veranstaltung steht in Berlin auf der Agenda: Das CloudCamp. Zur Darstellung zitiere ich von der Veranstalter-Website:

About CloudCamp:

CloudCamp is an unconference where attendees can exchange ideas, knowledge and information in a creative and supporting environment, advancing the current state of cloud computing and related technologies. As an informal, member-supported gathering, we rely entirely on volunteers to help with meeting content, speakers, meeting locations, equipment and membership recruitment. We also have corporate sponsors that provide financial assistance with venues, food, drink, software, services and other valuable donations.

Weitere Informationen/Links:

Oracle kauft Sun – und damit auch MySQL

Nun ist es also passiert: Oracle kauft Sun und hat sich damit auch den stets lästigen Störenfried im Datenbankmarkt MySQL ins Portfolio geholt.

In den Jahren vor der Übernahme von MySQL durch Sun war ja immer mal wieder spekuliert worden, dass Oracle den Datenbankkonkurrenten schlucken könnte – es war dann nur der Hersteller der von MySQL favorisierten Storage Engine InnoDB, aber das Signal machte viele MySQL User und Developer bereits nervös.

Nicht ganz zu Unrecht: Nun geht MySQL, wenn auch über Umwege, also doch zu Oracle. Stellt sich die Frage, was man nun für eine Strategie verfolgen wird. MySQL vom Markt nehmen wäre sinnlos – zu gross ist die Marktdurchdringung. Eine allzu stiefmütterliche Behandlung des Platzhirsches bei Open Source Datenbanksoftware würde meines Erachtens binnen kurzer Zeit zu einem Fork führen (bemerkenswerterweise ist Drizzle ist ja auch kurz nach dem Verkauf an Sun ins Leben gerufen worden).

Die einzige offizielle Aussage, die ich hierzu von Oracle bisher gefunden habe, ist diese hier (PDF):

What does Oracle plan to do with MySQL?

MySQL will be an addition to Oracle’s existing suite of database products, which already includes Oracle Database 11g, TimesTen, Berkeley DB open source database, and the open source transactional storage engine, InnoDB.

Nun gut, das ist noch nicht allzu konkret.

Gleichwohl ist die Sorge gross, wie z.B. auch aus den Kommentaren zu diesem Artikel hier hervorgeht.

Dieser Blogeintrag rät, und da folge ich ihm, zur Entspannung – abwarten und Tee trinken, schließlich ist MySQL Open Source und somit ist die Zukunft gesichert – MySQL Support wird es auch künftig geben. Dieser Vorteil freier Software wiegt im übrigen schwerer als der Verzicht auf Lizenzgebühren.

Die interessanteste Stellungnahme habe ich bei Monty Widenius gefunden. Er zeigt zuerst die Optionen auf, die Oracle hinsichtlich MySQL nun seines Erachtens hat:

What could be Oracle’s plan with MySQL? Three different plans come to mind:

  • They are going to kill MySQL (either directly or by not developing/supporting it fully)
  • MySQL will get sold of to another entity, either because Oracle doesn’t want it or becasue of anti-trust laws.
  • They will embrace MySQL and Open Source and put their technical expertise on it to ensure that MySQL continues to be the most popular advanced Open Source database.

I am putting my hopes to the third option, but for succeeding in that Oracle has to also learn a lot about open source development and working with the community.

Seine Präferenz war natürlich kaum überraschend – und er macht auch konkrete Angebote ;-)

I am looking forward to working closely with Oracle (or whoever in the end gets to own MySQL) to ensure that there always exists a free branch of MYSQL that is actively develop in an open manner and has that trust and support of the MySQL customers, developers and users.

Mr. Ellison, you are undoubtably a master tactician. However, thinking two moves ahead in the open source world is not good enough. You need strategy. Long term, meaningful, viable strategy. You need to think years ahead, not just to the next fiscal quarter.

I’d love to speak with you about it.

Das Thema gilt es sicher künftig weiterhin im Auge zu behalten….

Update:

Dieser Artikel bei Kris Köhntopp erscheint sehr plausibel – und nimmt die Angst, ist also lesenswert ;-)

WordPress Plugin Cystats – Fehlermeldung “Warning: Invalid argument supplied for foreach() in..” beheben

Das WordPress Statistik Plugin “Cystats” setze ich in einigen Blogs ein, da es einen schnellen Blick auf aktuelle Zahlen (wie Referer, Visits etc.) ermöglicht. Es reicht nicht an den Funktionsumfang von Google Analytics heran, bietet aber im Gegensatz mehr an Aktualität.

Hier im Open Source Blog machte das Plugin allerdings Probleme, die sich in dieser Fehlermeldung auf der Cystats Seite im WordPress Backend zeigten:

Warning: Invalid argument supplied for foreach() in /home/www/osblog/htdocs/wp-content/plugins/cystats/includes/view.class.php on line 645

Auch in den Logfiles des Apache schlug sich das Problem nieder – und diese waren auskunftsfreudiger bzw. etwas konkreter mit der Fehlerangabe. Unter vielen weiteren konnte man eindeutig sehen, was los ist: Es soll in nicht existente Tabellen geschrieben werden:

WordPress database error Table ‘osblogsql1.wp_TABLE_STATISTICS’ doesn’t exist for query INSERT INTO wp_TABLE_STATISTICS (name,type,val1,val2,val3) VALUES (‘visits_year’,’2′,’2009′,’0′,’1′) made by require, require_once, do_action, call_user_func_array, cystats_update_data, statistics->update

Dass die Tabellen auch auf Datenbankebene nicht zu sehen waren, brauche ich sicher nicht gesondert zu erwähnen ;-)

Leider verfügt Cystats über keinerlei Routinen zur Behandlung solcher Fehler, sodass man bei der Fehleranalyse etwas im Dunkeln stochert.

Es lag dann letztlich daran, dass der verwendete Datenbankuser einfach keine Tabellen anlegen durfte. Als ich ihm dieses Recht einräumte, legte Cystats dann bei der erneuten Aktivierung des Plugins die Tabellen automatisch an.

Leider scheint die Verbreitung von Cystats noch nicht allzu hoch zu sein – eine Google Recherche brachte diesen Lösungsweg nämlich leider nicht zu Tage.

Stop Softwarepatents 2008-2009: Petition zum Stopp von Softwarepatenten in Europa

stop-softwarepatentsDass Softwarepatente nur für Unternehmen Sinn machen, die sich statt mit der Entwicklung von guter (und somit konkurrenzfähiger!) Software mit dem Betrieb von grossen Rechtsabteilungen beschäftigen, dürfte im Open Source Bereich wohl die einhellige Meinung sein.

Da wir bei den Lesern dieses Blogs ein gewisses Maß an “OpenSource-Affinität” unterstellen dürfen, möchten wir die Initiative stopsoftwarepatents.eu mit folgendem Apell unterstützen:

Bitte, liebe Leser, ruft die o.g. Website auf, unterzeichnet die Online-Petition und ersucht Eure Freunde, Kontakte, Euren Chef und die Kollegen darum, es Euch gleich zu tun.

Danke.

PR mit Hang zur Übertreibung bei RedDot

Die Firma RedDot hat sicher umfangreiche Erfahrungen in der Softwareentwicklung – in Sachen PR kann man dort aber m.E. noch etwas dazu lernen:

In einer aktuellen Newsmeldung berichtet man von der umfangreichen Nutzung des RedDot CMS bei der Bertelsmann Stiftung.

Hieran ist erstmal überhaupt nichts auszusetzen: In der Tat verwendet die Bertelsmann Stiftung in verschiedenen Projekten das RedDot CMS und bringt damit professionell ihre Inhalte ins Web. Die Seiten laufen flott, sehen gut aus – alles prima.

Ein wenig überraschend fand ich jedoch die folgenden zwei Teaser, die ich auf der Website gesehen habe:

Die hierin enthaltene Aussage, nach der die Bertelsmann Stiftung für alle Webprojekte RedDot einsetze, ist leider unkorrekt. Eine kurze Google-Suche nach Websites, bei denen im Impressum die Bertelsmann Stiftung als verantwortlich genannt wird, fördert einiges an Belegen zu Tage. Die folgende Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit – zeigt aber, dass diverse Projekte der Stiftung auf Open Source Software setzen und somit vom RedDot CMS so weit entfernt sind wie Linux von Microsoft:

Ach ja – auch die von uns realisierte Krankenhaussuche “Weisse Liste” basiert mit dem papaya CMS natürlich auf Open Source Software ;-)

Vermutlich würde eine weitere Suche noch mehr Beispiele liefern, bei denen eben nicht RedDot im Einsatz ist. Dies ist wenig überraschend bei einer so aktiven Organisation mit vielen Projekten.

Umso mehr verwundert es, dass man bei RedDot so unpräzise bzw. irreführend kommuniziert, hätte man doch mit der “Corporate Website” und dem Intranet der Stiftung bereits zwei sehr nette und wichtige Referenzen zur Verfügung gehabt…