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MySQL Gründer Michael “Monty” Widenius investiert in Open Source Unternehmen

Der Gründer von MySQL (Michael “Monty” Widenius) hat gezeigt, dass man mit einem Open Source Geschäftsmodell durchaus operativ Geld verdienen kann – und durfte sich ja neulich über ein “Sahnehäubchen” hierauf freuen, als MySQL von Sun übernommen wurde.

Sympathisch ist, dass er seine nun wohl umfangreich vorhandenen finanziellen Ressourcen wieder in Open Source Companies steckt. Vor ca. 1 Woche hat Widenius in die finnische Fa. IT Mill investiert. Was die Damen und Herren von der “IT-Mühle” so tun, liest sich in der Selbstdarstellung so:

Oy IT Mill Ltd is a Finnish software company specializing in the design and development of Rich Internet Applications. We offer high-quality planning, implementation and support services for our customers’ software projects, as well as sub-contract software development. Our home-grown development software allows us to build high-quality web systems cost-effectively.

o.k., irgendwas mit RIA, aufgebaut auf Java. Gut, muss man vielleicht auch nicht genauer verstehen, viel interessanter sind die von Monty aufgezählten Argumente für ein Investment – die darauf hindeuten, dass er in erster Linie nach gesundem Menschenverstand und einem bischen Bauchgefühl investiert:

  • The company is profitable and has been so for a long time.
  • The company knows how to growing organically according to it’s profit. (This is very important to know even if one later decides to grow exponentially with the help of investments)
  • The company It’s has been growing rapidly the last few years (50 % growth per year for 3 years)
  • IT mills founder and CEO, Joonas Lehtinen, is burning with a passion for his company, his team and his product.
  • The staff seams to be really dedicated to their job and to their leaders (at least as far as I can tell from my visit to their head quarter and spending time with a lot of them in a hot Sauna with *some* vodka to get out the whole truth about the company dynamics)
  • Last, but not least, they have well working stable product, that is well received by their customers and that may well be a trend setter for how advanced web applications may be built in the future.

Hört sich viel plausibler als viele Investment Stories der letzten 10 Jahre, in denen ich den Markt so beobachte :-)




“ez Systems verdient Geld mit Open Source”

Seitens der Kollegen von eZ Systems wurde eine sehr interessante Newsmeldung veröffentlicht, die mir doch sehr stark von der Abteilung “Investor Relations” geprägt zu sein scheint.

Im wesentlichen läßt sich die Aussage reduzieren auf “Wir verdienen Geld mit Open Source”. Das ist schön – und uns bei papaya auch nicht fremd. Vielleicht bin ich zu stark mittelständisch geprägt, aber ich halte profitables Geschäft ja auch immer noch für eine der Grundvoraussetzungen für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung und somit für einen langfristigen Fortbestand der Company :-)

Anscheinend, so darf man der Meldung entnehmen, ist dies nun erreicht:

(…) eZ Systems has proven its Enterprise Open Source business model with two straight profitable quarters.

Interessant wird es beim Blick auf die Anstrengungen, welche für die Profitabilität notwendig waren:

eZ’s profitability comes after 8 years and more than 10 million USD of investments, all going towards building the scalable Open Source business model.

O.K., man hat also binnen 8 Jahren und unter Einsatz von mehr als 10.000.000 US-Dollar die Gewinnschwelle überschritten. Interessant wäre nun natürlich die Höhe des Gewinns, um das im rechten Licht betrachten zu können, diese Information konnte ich aber nicht finden.

Rein negativ bewerten mag ich das aber dennoch nicht so recht – denn das, was eZ Systems technisch macht, ist schon professionell, ausserdem tun sie viel für die Community, viel für die PHP Entwicklung etc.

Ob die 10 Mio. $ letztlich sinnvoll investiert waren, müssen im Zweifel die Geldgeber entscheiden – ich denke (bzw. weiss aus eigener Erfahrung), dass man auch ohne Investment und einfach durch gute Arbeit des ganzen Teams (d.h. finanziert aus dem Cash-flow) gute Software entwickeln und diese profitabel einsetzen kann – auch als Open Source Produkt unter der GPL.