Oracle kauft Sun – und damit auch MySQL

Nun ist es also passiert: Oracle kauft Sun und hat sich damit auch den stets lästigen Störenfried im Datenbankmarkt MySQL ins Portfolio geholt.

In den Jahren vor der Übernahme von MySQL durch Sun war ja immer mal wieder spekuliert worden, dass Oracle den Datenbankkonkurrenten schlucken könnte – es war dann nur der Hersteller der von MySQL favorisierten Storage Engine InnoDB, aber das Signal machte viele MySQL User und Developer bereits nervös.

Nicht ganz zu Unrecht: Nun geht MySQL, wenn auch über Umwege, also doch zu Oracle. Stellt sich die Frage, was man nun für eine Strategie verfolgen wird. MySQL vom Markt nehmen wäre sinnlos – zu gross ist die Marktdurchdringung. Eine allzu stiefmütterliche Behandlung des Platzhirsches bei Open Source Datenbanksoftware würde meines Erachtens binnen kurzer Zeit zu einem Fork führen (bemerkenswerterweise ist Drizzle ist ja auch kurz nach dem Verkauf an Sun ins Leben gerufen worden).

Die einzige offizielle Aussage, die ich hierzu von Oracle bisher gefunden habe, ist diese hier (PDF):

What does Oracle plan to do with MySQL?

MySQL will be an addition to Oracle’s existing suite of database products, which already includes Oracle Database 11g, TimesTen, Berkeley DB open source database, and the open source transactional storage engine, InnoDB.

Nun gut, das ist noch nicht allzu konkret.

Gleichwohl ist die Sorge gross, wie z.B. auch aus den Kommentaren zu diesem Artikel hier hervorgeht.

Dieser Blogeintrag rät, und da folge ich ihm, zur Entspannung – abwarten und Tee trinken, schließlich ist MySQL Open Source und somit ist die Zukunft gesichert – MySQL Support wird es auch künftig geben. Dieser Vorteil freier Software wiegt im übrigen schwerer als der Verzicht auf Lizenzgebühren.

Die interessanteste Stellungnahme habe ich bei Monty Widenius gefunden. Er zeigt zuerst die Optionen auf, die Oracle hinsichtlich MySQL nun seines Erachtens hat:

What could be Oracle’s plan with MySQL? Three different plans come to mind:

  • They are going to kill MySQL (either directly or by not developing/supporting it fully)
  • MySQL will get sold of to another entity, either because Oracle doesn’t want it or becasue of anti-trust laws.
  • They will embrace MySQL and Open Source and put their technical expertise on it to ensure that MySQL continues to be the most popular advanced Open Source database.

I am putting my hopes to the third option, but for succeeding in that Oracle has to also learn a lot about open source development and working with the community.

Seine Präferenz war natürlich kaum überraschend – und er macht auch konkrete Angebote 😉

I am looking forward to working closely with Oracle (or whoever in the end gets to own MySQL) to ensure that there always exists a free branch of MYSQL that is actively develop in an open manner and has that trust and support of the MySQL customers, developers and users.

Mr. Ellison, you are undoubtably a master tactician. However, thinking two moves ahead in the open source world is not good enough. You need strategy. Long term, meaningful, viable strategy. You need to think years ahead, not just to the next fiscal quarter.

I’d love to speak with you about it.

Das Thema gilt es sicher künftig weiterhin im Auge zu behalten….

Update:

Dieser Artikel bei Kris Köhntopp erscheint sehr plausibel – und nimmt die Angst, ist also lesenswert 😉

Nun aber: Michael Monty Widenius verläßt MySQL / Sun

Nach der nun schon länger zurück liegenden Übernahme von MySQL durch Sun gab es natürlich schnell die Frage nach der Zukunft des MySQL Gründers Michael „Monty“ Widenius – und ebenso schnell das Gerücht, er wolle sein Unternehmen verlassen.

Diese o.g. Gerüchte stellten sich dann doch als etwas übereilt heraus – gleichwohl gaben sie die Richtung korrekt vor. Jetzt hat Monty Widenius in einem aktuellen Blogeintrag über die neusten Entwicklungen berichtet. Und das liest sich spannend.

Unter dem Titel „Time to move on“ startet er so:

I have now departed from Sun and joined my own company, Monty Program Ab.

Er hat also ein neues Unternehmen gegründet, die „Monty Program Ab„. Was diese genau tun soll, bleibt etwas nebulös und macht gleichzeitig neugierig:

This page will soon contain a lot of information and links to give you an idea of what Monty Program Ab does.

  • The Maria engine, a transactional storage engine for MySQL.
  • Mariadb, a branch of the MySQL database with the Maria storage engine.
  • NRE (Non-recurring engineering) projects we are working/considering to work on.
  • Open jobs.

We are also interested to work with and invest in disruptive technology start-up companies that do Open Source and community products. This is done through our investment company Open Ocean S.á.r.l

Nach Ruhestand klingt das nicht 😉  Gerade die Planungen für die „Monty Program Ab“ lesen sich spannend. Augenscheinlich hat Monty nach Jahren des Wachstums mit anschließendem Exit beim Verkauf von MySQL an Sun nur wenig Spass an der größer und somit unflexibler, uncooler werdenden Firma MySQL gehabt. Anders lassen sich solche Aussagen kaum deuten:

So what will Monty Program Ab and I be working on?

Monty Program Ab will be a true open source company, with the additional goal of being a smaller family oriented company (10-30 employees) where everyone can be owners of the company, where we care about our employees and
strive to have fun together and share the profit we create. You can find more about this at: http://zak.greant.com/hacking-business-models

Der Link ist lohnenswert, hier haben Monty und Zak Greant nämlich zusammen an einem „Manifest für Open Source Unternehmen“ gearbeitet. Das erscheint in der Form nicht aus dem Stand umsetzbar (weil z.B. international ganz andere Rahmenbedingungen für Steuern/Abgaben und Dinge wie Krankenversicherung gelten. Gleichwohl ist es ein visionäres Dokument, dass als Denkanstoss nützt. Und, findet man ein Team von vielen stark unternehmerisch denkenden Köpfen, kann man sich das schon vorstellen. Yes, we can? 🙂

Monty bleibt der Softwarebranche also erhalten, klasse. Nebenbei scheint Monty Widenius sein mit dem Exit aus MySQL erhaltenes Kapital sinnvoll in andere Companies einbringen zu wollen und wird Venture Capital Geber bzw. Inhaber eine VC Firma. Dieses neue Baby des MySQL Gründers hört auf den Namen „Open Ocean“ und ist auch die juristische Person hinter Montys erstem Investment in die Fa. IT Mill (siehe Blogpost dazu).

Neben der Vorstellung der neuen Aktivitäten erläutert Monty noch, was ihn offiziell zum Abschied von Sun bewogen hat. Die sehr detaillierte Begründung übernehme ich ausnahmsweise mal 1:1 und unübersetzt hier ins Blog:

I had told management that I thus would be submitting my resignation immediately as I strongly believed that the 5.1 release was not ready and that those problems needed to be fixed before it went GA. This action, together with other peoples´ efforts, did have the wanted effect and I made an agreement with Sun´s upper management to not initiate my resignation but instead stay around for three more months to help Sun work out things in MySQL Development and also give Sun a chance to create an optimal role for me within Sun.

The three months did stretch out to seven months, and the changes I had hoped Sun would apply to in the MySQL Database group to fix our development and community problems did not happen fast enough.

Sun and I concluded in the end that I have much higher chances of achieving my goals outside of Sun, so it’s just better to swallow the bitter apple, go out and get things going. We parted in good terms and we both expect to continue to do business and work together.

The main reason for leaving was that I am not satisfied with the way the MySQL server has been developed, as can be seen on my previous blog post. In particular I would have like to see the server development to be moved to a true open development environment that would encourage outside participation and without any need of differentiation on the source code. Sun has been considering opening up the server development, but the pace has been too slow.

I still think that Sun was the best possible buyer for MySQL and I feel sad that things didn’t work out together. Sun has a lot of good things going on and I hope that they will continue their path to create and promote Open source. I will be available for Sun in helping them with their goals in the Open source space.

WordPress Plugin Cystats – Fehlermeldung „Warning: Invalid argument supplied for foreach() in..“ beheben

Das WordPress Statistik Plugin „Cystats“ setze ich in einigen Blogs ein, da es einen schnellen Blick auf aktuelle Zahlen (wie Referer, Visits etc.) ermöglicht. Es reicht nicht an den Funktionsumfang von Google Analytics heran, bietet aber im Gegensatz mehr an Aktualität.

Hier im Open Source Blog machte das Plugin allerdings Probleme, die sich in dieser Fehlermeldung auf der Cystats Seite im WordPress Backend zeigten:

Warning: Invalid argument supplied for foreach() in /home/www/osblog/htdocs/wp-content/plugins/cystats/includes/view.class.php on line 645

Auch in den Logfiles des Apache schlug sich das Problem nieder – und diese waren auskunftsfreudiger bzw. etwas konkreter mit der Fehlerangabe. Unter vielen weiteren konnte man eindeutig sehen, was los ist: Es soll in nicht existente Tabellen geschrieben werden:

WordPress database error Table ‚osblogsql1.wp_TABLE_STATISTICS‘ doesn’t exist for query INSERT INTO wp_TABLE_STATISTICS (name,type,val1,val2,val3) VALUES (‚visits_year‘,’2′,’2009′,’0′,’1′) made by require, require_once, do_action, call_user_func_array, cystats_update_data, statistics->update

Dass die Tabellen auch auf Datenbankebene nicht zu sehen waren, brauche ich sicher nicht gesondert zu erwähnen 😉

Leider verfügt Cystats über keinerlei Routinen zur Behandlung solcher Fehler, sodass man bei der Fehleranalyse etwas im Dunkeln stochert.

Es lag dann letztlich daran, dass der verwendete Datenbankuser einfach keine Tabellen anlegen durfte. Als ich ihm dieses Recht einräumte, legte Cystats dann bei der erneuten Aktivierung des Plugins die Tabellen automatisch an.

Leider scheint die Verbreitung von Cystats noch nicht allzu hoch zu sein – eine Google Recherche brachte diesen Lösungsweg nämlich leider nicht zu Tage.

MySQL Gründer Michael „Monty“ Widenius investiert in Open Source Unternehmen

Der Gründer von MySQL (Michael „Monty“ Widenius) hat gezeigt, dass man mit einem Open Source Geschäftsmodell durchaus operativ Geld verdienen kann – und durfte sich ja neulich über ein „Sahnehäubchen“ hierauf freuen, als MySQL von Sun übernommen wurde.

Sympathisch ist, dass er seine nun wohl umfangreich vorhandenen finanziellen Ressourcen wieder in Open Source Companies steckt. Vor ca. 1 Woche hat Widenius in die finnische Fa. IT Mill investiert. Was die Damen und Herren von der „IT-Mühle“ so tun, liest sich in der Selbstdarstellung so:

Oy IT Mill Ltd is a Finnish software company specializing in the design and development of Rich Internet Applications. We offer high-quality planning, implementation and support services for our customers‘ software projects, as well as sub-contract software development. Our home-grown development software allows us to build high-quality web systems cost-effectively.

o.k., irgendwas mit RIA, aufgebaut auf Java. Gut, muss man vielleicht auch nicht genauer verstehen, viel interessanter sind die von Monty aufgezählten Argumente für ein Investment – die darauf hindeuten, dass er in erster Linie nach gesundem Menschenverstand und einem bischen Bauchgefühl investiert:

  • The company is profitable and has been so for a long time.
  • The company knows how to growing organically according to it’s profit. (This is very important to know even if one later decides to grow exponentially with the help of investments)
  • The company It’s has been growing rapidly the last few years (50 % growth per year for 3 years)
  • IT mills founder and CEO, Joonas Lehtinen, is burning with a passion for his company, his team and his product.
  • The staff seams to be really dedicated to their job and to their leaders (at least as far as I can tell from my visit to their head quarter and spending time with a lot of them in a hot Sauna with *some* vodka to get out the whole truth about the company dynamics)
  • Last, but not least, they have well working stable product, that is well received by their customers and that may well be a trend setter for how advanced web applications may be built in the future.

Hört sich viel plausibler als viele Investment Stories der letzten 10 Jahre, in denen ich den Markt so beobachte 🙂

MySQL: Gerüchte um den Gründer Michael “Monty” Widenius – Verlässt er MySQL?

Nach der Akquisition von MySQL durch Sun sind ja schon einige Dinge passiert, die in Blogs und auf Newsseiten für erhebliches Rauschen sorgten:

Drizzle (ein schlanker Fork der MySQL Datenbank) wurde veröffentlicht – und heftig diskutiert. Es gab diplomatisch etwas ungeschickte Formulierungen zur Zukunft der MySQL Datenbank seitens SUN/MySQL, aus denen man herauslesen konnte, dass es künftig weitreichendere Unterschiede zwischen der kommerziellen Version und dem Community Release von MySQL geben könnte (dies scheint aber so dramatisch nicht zu sein).

Ganz aktuell drehen sich die Gerüchte zur Abwechslung mal um Personen: Angeblich soll der MySQL Gründer (Michael “Monty” Widenius) das Unternehmen verlassen – mal ist die Rede davon, dass er bereits die Segel gestrichen habe, mal geht man davon aus, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei.

Nach dem Lesen der diversen Einträge dazu bin ich nicht unbedingt sicher, wie die Realität ausschaut – in jedem Falle sollte er nach dem Verkauf an Sun wohl genug „Spielgeld“ haben, um sich nun dem $hobbySeinerWahl zu widmen – z.B. an Drizzle entwickeln 🙂

Wer mehr wissen will, dem seien die folgenden News- bzw. Blogeinträge empfohlen:

Gegönnt sei es ihm, nach vielen Jahren des Unternehmensaufbaus mit darauf folgendem Verkauf muss man vielleicht auch mal etwas anderes sehen…

Wobei, ich persönlich kann mir das nur schwerlich vorstellen – aber jeder Jeck is anders, wie man hier in Köln sagt 🙂

MySQL Proxy / Erkennung von SQL Injections

Über einen Blogpost von Björn bin ich gerade übr etwas sehr interessantes gestolpert: Den MySQL Proxy.

In dem o.g. Posting geht es insbesondere darum, unter Nutzung des zwischengeschalteten Proxy Servers die SQL Befehle manipulieren und analysieren zu können – u.a., um hiermit SQL Injections erkennen zu können – spannende Sache. Anschauen will ich mir das aber insbesondere, um einen Einsatz als Loadbalancer auszuprobieren. Dazu dann später nochmal mehr…